Gutenberg
Gutenberg ist der Name des Entwicklungsprojekts, das den Block-Editor für WordPress hervorgebracht hat. Benannt nach Johannes Gutenberg, dem Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, verfolgt das Projekt das Ziel, die Erstellung und Bearbeitung von Inhalten in WordPress grundlegend zu modernisieren. Mit WordPress 5.0 (Dezember 2018) wurde der Block-Editor als Standardeditor eingeführt und ersetzte den bis dahin verwendeten klassischen Editor (TinyMCE).
Technischer Hintergrund
Das Gutenberg-Projekt ist in vier Phasen aufgeteilt, die schrittweise umgesetzt werden. Phase 1 (abgeschlossen) betrifft den Block-Editor für Beiträge und Seiten. Phase 2 (weitgehend abgeschlossen) umfasst Full Site Editing – also die Möglichkeit, alle Bereiche einer Website (Header, Footer, Seitenleisten) über Blöcke zu gestalten. Phase 3 widmet sich der kollaborativen Bearbeitung in Echtzeit. Phase 4 soll mehrsprachige Inhalte direkt im Core ermöglichen.
Technisch basiert Gutenberg auf React (JavaScript) und kommuniziert über die REST API mit dem WordPress-Backend. Das Projekt wird sowohl als eigenständiges Plugin auf wordpress.org gepflegt (mit häufigeren Updates) als auch in den WordPress-Core integriert (bei Major Releases). Das Plugin dient als Vorschau auf kommende Funktionen, die später in den Core übernommen werden.
Bedeutung für die WordPress-Wartung
Gutenberg verändert die Art, wie WordPress-Websites aufgebaut und gepflegt werden, grundlegend. Für die Wartung bedeutet das: Neue Funktionen kommen häufiger und erfordern regelmäßige Prüfung der Kompatibilität mit bestehenden Plugins und Themes. Wer das Gutenberg-Plugin nutzt, erhält Updates im Zwei-Wochen-Rhythmus und sollte diese auf einer Staging-Umgebung testen.
Für bestehende Websites, die noch stark auf den klassischen Editor oder Shortcodes setzen, stellt sich die Frage der schrittweisen Migration. Diese sollte geplant und getestet erfolgen, nicht überstürzt.
Häufige Probleme
- Ältere Plugins und Themes, die nicht für den Block-Editor optimiert sind, verursachen Darstellungs- oder Funktionsfehler.
- Inhalte, die mit Page-Buildern oder dem klassischen Editor erstellt wurden, lassen sich nicht ohne Aufwand in Blöcke konvertieren.
- Das Gutenberg-Plugin kann durch seine häufigen Updates Konflikte mit anderen Plugins auslösen.
- Nutzer empfinden die Umstellung vom klassischen Editor als komplex und benötigen Einarbeitung.
Best Practices
- Neue Projekte direkt mit dem Block-Editor und einem modernen Block-Theme starten.
- Bestehende Inhalte schrittweise migrieren, nicht alles auf einmal umstellen.
- Das Gutenberg-Plugin nur installieren, wenn die Vorschau auf kommende Funktionen gewünscht ist – für die meisten Websites reicht der im Core enthaltene Block-Editor.
- Die Entwicklung der Gutenberg-Phasen beobachten, um rechtzeitig auf neue Möglichkeiten wie Full Site Editing reagieren zu können.
- Redakteure und Autoren durch Schulungen oder Anleitungen bei der Umstellung unterstützen.
In unserer Wartung setzen wir Updates, Backups, Monitoring und Sicherheitsmaßnahmen als abgestimmten Prozess um. Wartungsleistungen ansehen →
