Full Site Editing (FSE)
Full Site Editing (FSE) ist ein Konzept in WordPress, das es ermöglicht, alle Bereiche einer Website – nicht nur den Seiteninhalt, sondern auch Header, Footer, Seitenleisten und Archivseiten – direkt im Block-Editor zu gestalten. FSE wurde schrittweise seit WordPress 5.9 eingeführt und ist Teil der zweiten Phase des Gutenberg-Projekts. Es markiert einen grundlegenden Wandel in der Art, wie WordPress-Websites aufgebaut werden.
So funktioniert Full Site Editing
FSE basiert auf sogenannten Block-Themes – Themes, die vollständig aus Blöcken aufgebaut sind. Anstelle von PHP-Template-Dateien (wie header.php oder footer.php) verwenden Block-Themes HTML-Vorlagen mit Block-Markup. Diese Vorlagen werden über den Site Editor bearbeitet, der im WordPress-Backend unter „Design > Editor“ zu finden ist.
Der Site Editor ermöglicht die Bearbeitung von Templates (z. B. die Vorlage für einzelne Beiträge, Archivseiten oder die Startseite) und Template-Parts (wiederverwendbare Bereiche wie Header und Footer). Alle Änderungen werden visuell im Editor vorgenommen und in der Datenbank gespeichert, ohne dass PHP-Code geschrieben werden muss.
Die zentrale Konfiguration eines Block-Themes erfolgt über die Datei theme.json, die Farbpaletten, Typografie-Einstellungen, Abstände und Layout-Optionen definiert. Diese Einstellungen stehen dann sowohl im Editor als auch im Frontend zur Verfügung.
Bedeutung für die WordPress-Wartung
FSE verändert die Wartungsarbeit spürbar. Einerseits werden viele Anpassungen einfacher, weil sie direkt im Browser vorgenommen werden können, ohne FTP-Zugang oder Code-Kenntnisse. Andererseits verlagert sich ein Teil der Gestaltung von Theme-Dateien in die Datenbank, was bei Backups und Migrationen berücksichtigt werden muss.
Für Website-Betreiber, die bisher ein klassisches Theme mit individuellen Anpassungen nutzen, ist der Umstieg auf FSE ein größeres Projekt, das sorgfältig geplant werden sollte. Neue Projekte profitieren jedoch stark von der Flexibilität des Block-Systems.
Häufige Probleme
- Klassische Themes unterstützen kein FSE – der Site Editor ist nur mit Block-Themes verfügbar.
- Anpassungen im Site Editor werden in der Datenbank gespeichert und können bei einer Migration oder einem Theme-Wechsel verloren gehen.
- Die Lernkurve ist steil, besonders für Nutzer, die an den klassischen Customizer gewöhnt sind.
- Nicht alle Plugins sind vollständig mit Block-Themes und dem Site Editor kompatibel.
- Die Trennung zwischen Template-Anpassungen im Dateisystem und in der Datenbank kann zu Verwirrung führen.
Best Practices
- Für neue Projekte ein etabliertes Block-Theme wählen und die Möglichkeiten des Site Editors von Anfang an nutzen.
- Template-Anpassungen dokumentieren, da sie in der Datenbank gespeichert werden und nicht direkt im Dateisystem sichtbar sind.
- Bei Migrationen und Backups sicherstellen, dass die Datenbank (insbesondere die Tabelle
wp_template) vollständig gesichert wird. - Den Umstieg von einem klassischen Theme auf ein Block-Theme zunächst auf einer Staging-Umgebung durchführen und gründlich testen.
- Die theme.json als zentrale Stelle für Design-Grundlagen nutzen, anstatt CSS-Anpassungen zu verstreuen.
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